Problemzone Herrenunterwäsche
Es hat schon seinen Grund, warum Werbung für Männerunterwäsche immer nach dem gleichen Schema abläuft. Ein junges mit einem Sixpack ausgestattetes Model räkelt sich im Halbdunkeln auf einer Designercouch. Die Haare sind sportlich nach hinten gegelt und eine leichte Sommerbräune steht im perfekten Kontrast zur weißen D&G Boxershorts. Wen spricht so etwas an? Richtig, Frauen!
Anders als Frauen fühlen sich Männer nämlich von deutlich besser aussehenden Exemplaren ihrer Art eher bedroht. Die Frau sieht in einer perfekt durchgestylten und gertenschlanken Plakatwandschönheit eher ein Vorbild, dem es nachzueifern gilt. Nicht umsonst kommt es zu so Absurditäten wie dem Magerwahn.
Männer stehen dagegen entweder über dem Thema oder wenden sich davon ab. Will sagen, sie finden es entweder total ok nicht wie die Lagerfeld-Muse Baptiste Giabiconi auszusehen oder fühlen sich von dem scheinbar perfekten Übermann bedroht, da sie selbst wohl nie so aussehen werden. Dies betrifft besonders Männer, die stets eine gewisse Eitelkeit an den Tag legen und gut gestärkte Herren-Hemden dem schlabbrigen T-Shirt vorziehen. Interessanterweise spielt es bei Frauen und Männern gleichermaßen keine Rolle, dass die scheinbar makellosen Schönheiten ihren Glanz eigentlich der geübten Hand eines Photoshop-Experten zu verdanken haben.
Lösung der Misere
Was also tun, wenn der Kampf mit dem eigenen Ego den Unterwäschekauf zur Qual macht? Lassen Sie für sich einkaufen und zwar von denjenigen an die sich die anrüchige Unterwäschewerbung richtet – den Frauen. Mit der Partnerin oder der besten Freundin an der Hand kann die Mission beginnen. Sollten Sie weder die eine noch die andere gerade parat haben, empfehlen sich Kataloge für moderne Herrenmode. Aus Platzgründen ist in der Regel tatsächlich nur der in die Unterwäsche eingepackte Teil des Models abgebildet. Eine ähnliche Tendenz lässt sich auch in Online-Shops erkennen. Womöglich hat man hier das Problem erkannt.
Abzuraten ist allerdings von Trotzkäufen in Form von 10er-Packs mit großflächig betextetem Gummibund beim Discounter um die Ecke. Es heißt schließlich nicht umsonst: Wer schön sein will, muss leiden.